Sie suchen ein lizenzfreies Funkgerät und stoßen auf eine endlos große Auswahl an PMR 446 Geräten? Vielleicht sind Sie sich nicht sicher, ob Sie IP Schutz, Gruppenruf oder iVOX wirklich brauchen? Oder welche Unterschiede es bei Akkulaufzeit und Zusatzfunktionen gibt?

Egal ob Sie ihre ersten Geräte kaufen oder sich gut auskennen – hier finden Sie eine hilfreiche Checkliste und kurzen Ratgeber, was Sie beim Kauf eines PMR 446 Funkgerätes beachten sollten:

1. Allgemeine Fragen klären

Bevor Sie an die einzelnen Sonderfunktionen des Funkgerätes denken, sollten Sie zuerst einmal wissen wofür und in welcher Umgebung Sie Ihr Funkgerät verwenden möchten.

Soll das Funkgerät hauptsächlich in Städten oder in ländlicher Umgebung eingesetzt werden?
Ist das Funkgerät Wasser und Schmutz ausgesetzt?
Mit wem möchten Sie sich verständigen? Mit Einzelpersonen oder Gruppen?
Möchten Sie die Hände frei haben oder stört es Sie nicht, das Funkgerät  in der Hand zu halten?
Wie lange und wie oft soll das Funkgerät eingesetzt werden?
Werden Sie Ihr Funkgerät mit einem Headset verwenden?
Brauchen Sie Zusatzfunktionen?

Nachdem Sie sich grob mit diesen Fragen auseinandergesetzt haben, können Sie nun anhand dieser gezielt nach Ihnen wichtigen Funktionen des Funkgeräts suchen.

Motorola XT420 mit hoher Reichweite

Motorola XT420 mit hoher Reichweite

2. Die Reichweite eines Funkgeräts

Es muss leider gleich am Anfang dieses Punktes gesagt werden, dass Reichweiten bei Funkgeräten ein sehr relativer Begriff sind. Reichweitenschwankungen sind typisch und nichts Ungewöhnliches und werden auch nicht durch sehr teure Modelle ausgeglichen.

Die angegebene  Reichweite  von Funkgeräten wird immer unter optimalen Bedingungen in einem Umfeld ohne Hindernisse berechnet. Dies entspricht aber in den seltensten Fällen der Realität. Mögliche Faktoren, die die Reichweite negativ beeinflussen sind z.B. Häuser, Berge, Bäume, Wände oder auch der eigene Körper. Anstatt allein auf die Herstellerangaben zu setzen, sollten Sie daher Erfahrungswerte von Experten oder unsere Firmenhotline zu Rate ziehen.

3. Brauche ich IP-Schutz oder ATEX

Wenn Sie Ihr Funkgerät draußen oder speziell auf Baustellen einsetzen möchten, sollten Sie über einen IP-Schutz nachdenken. Die IP-Norm setzt sich immer aus dem Kürzel IP (International Protection) und einer Kennziffer bestehend aus zwei Zahlen zusammen.

Dabei steht die erste der beiden Zahlen für den Schutz gegen Staub und die zweite für den Schutz gegen Wasser (Bsp: IP68 = Staub- und Wasserdicht). Ist eine dieser beiden Zahlen für das Gerät nicht relevant, so wird diese durch ein X ersetzt (Bsp: IP5X=Staubgeschützt).
Ein guter Standard-Schutz beginnt ab IP54, was Ihr Funkgerät gegen Staub und Spritzwasser schützt. Ab IP67 ist ihr Funkgerät staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt.

In gefährlichen Umgebungen, in denen Explosionsgefahr bestehen kann, macht es sogar Sinn über einen ATEX Schutz (ATmosphéres EXplosibles) nachzudenken. Dieser sorgt dafür, dass das Funkgerät explosionssicher ist.

4. Einzelruf oder Gruppenruf?

Gerade in einem Cateringunternehmen, auf großen Events oder in Clubs ist es wichtig auch nur eine bestimmte Teilnehmergruppe anzufunken und diesen gezielt Anweisungen geben zu können. Mit der Funktion des Gruppenrufs ist es möglich einen vorher festgelegten Personenkreis auszuwählen und nur mit diesem zu kommunizieren, beim Einzelruf können Sie nur mit einer Person funken.

Falls Ihnen diese Funktion wichtig ist, sollten Sie bei Ihrer Auswahl  darauf achten, da dies kein Standard und nur bei wenigen Funkgeräten möglich ist!

5. (i)VOX-Funktion oder PTT?

Beide Abkürzungen stehen für die Übertragung der Sprache beim Funkgerät.

PTT, kurz für Push-To-Talk, beschreibt eine Sendetaste am Gerät, die bei Funkgeräten gedrückt werden muss, um mit dem Funkpartner zu sprechen.

Motorola TLKR 80 mit iVox-Funktion

Die (i)VOX-Funktion, die inzwischen bei den meisten Funkgeräten Standard ist, steht für Voice Operated Transmission und beschreibt den Vorgang der sprachgesteuerten Übertragung. Bei einer bloßen VOX-Funktion wird dazu ein Headset mit Mikrofon benötigt, die iVOX-Funktion funktioniert auch ohne Headset. Das Funkgerät sendet automatisch ab einem gewissen Geräuschpegel und stellt sich automatisch wieder auf Empfang, wenn das Mikrofon keine Geräusche mehr aufnimmt.

Auch wenn dies sehr praktisch erscheint und man durchaus die Sensibilität einstellen kann, kann es dennoch passieren, dass Ihr Funkgerät in lauten Umgebungen nicht zuverlässig funktioniert. Es empfiehlt sich darauf zu achten, dass das Funkgerät nach wie vor eine Sprachtaste besitzt.

6. Display – ja oder nein?

Ein Display macht die Bedienung des Funkgeräts auf jeden Fall einfacher. Das Display zeigt den verwendeten Kanal, ob das Funkgerät sendet oder empfängt, den Batteriestatus und kann noch sehr viele weitere praktische Dinge anzeigen. Doch ebenso zehrt er am Stromspeicher und macht das Funkgerät (in den meisten Fällen) weniger robust.

Auch hier gilt wieder, dass jeder für sich entscheiden muss ob man diese Vereinfachung wirklich braucht und gut die Vor-und Nachteile abwiegen sollte.

7. Der Akku Ihres Funkgeräts – gibt es Unterschiede?

Ein Funkgerät benötigt sehr viel Strom, vor allem wenn es ständig in Gebrauch ist. Und speziell beim Senden steigt der Stromverbrauch enorm.

Sie sollten deshalb von vorneherein darauf achten, dass Ihr Funkgerät mit einem Akku und nicht mit Batterien betrieben wird, da Sie den Akku selbst wieder aufladen können. Und auch hier gibt es Unterschiede:

Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) zählen zu den besseren Akkus, da sie einen geringen Memory-Effekt haben. Unter einem Memory-Effekt versteht man den Verlust des vollen Leistungsumfangs des Akkus, wenn dieser nicht stets voll entladen wird.

Keinen Memory-Effekt besitzen Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion), die aus diesem Grund aktuell die besten Akkus sind.

Um die Durchhaltezeit der Akkus noch zu verlängern, ist außerdem ein Standby-Modus sinnvoll. Dieser reduziert den Stromverbrauch, wenn das Funkgerät nicht benutzt wird, aber auf Empfang bleiben soll. Geht ein Ruf ein, wacht das Gerät automatisch auf.

8. Headset oder nicht?

Sie sollten sich außerdem fragen, ob Sie ein Headset verwenden möchten oder nicht.

Brauchen Sie Ihre Hände um andere Arbeiten erledigen zu können oder stört es Sie nicht das Funkgerät ab und zu vom Gürtel zu lösen und damit zu funken?

Unser beliebtes Bodyguardheadset

Bei der Nutzung eines Headsets hören umstehende Personen außerdem nicht, was zu Ihnen gesprochen wird.

Die meisten Funkgeräte haben die Möglichkeit ein Headset anzuschließen bzw. einige werden sogar schon mit Headset geliefert.

Bei sehr billigen Geräten sollten Sie darauf achten, dass diese einen Headset Anschluss besitzen und vor allem ob überhaupt Headsets für Ihr Gerät verfügbar sind, sofern Sie eines nutzen möchten.

9. Welche Zusatzfunktionen brauche ich?

Es gibt eine große Anzahl von Sonder- und Zusatzfunktionen für Ihr Funkgerät. Falls Ihnen dies wichtig ist, sollten Sie auch hier von Anfang an darauf achten, dass Ihr Funkgerät über die gewünschte Funktion verfügt, da es im Nachhinein nur sehr selten möglich ist das Funkgerät aufzurüsten.

Nützliche Funktionen könnten zum Beispiel sein: Scrambler (Sprachverschleierung), Mandown-Option, Scan-Funktion, Notruftaste, Dual-Watch, Batteriestatus-Alert, Roger Beep, Rauschunterdrückung, Programmierbare Funktionstasten, und viele mehr…

Auch könnte Sie der neue Trend bzw. die Entwicklung hin zu digitalen Funkgeräten interessieren.

 

Natürlich sind wir noch lange nicht am Ende Ihrer Möglichkeiten angekommen, doch sind die oben genannten 9 Punkte ausreichend um Ihnen einen ersten Überblick zu verschaffen. Wir hoffen, dass wir Ihnen helfen konnten eine kleine Vorauswahl an Funkgeräten zu treffen. Für weitere Beratung rufen Sie unsere kostenlose Firmenhotline an: 0800 70 50 400 oder besuchen Sie unsere Website, die Ihnen mit unseren ausführlichen Produktbeschreibungen außerdem behilflich sein könnte.

Hier finden Sie eine Übersicht zu allen lizenzfreien Funkgeräten.